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Auf dieser Grundlage lassen sich Transformationskonzepte grob in zwei Kategorien einteilen, je nach, ob sie beschreibende und normative Transformationskonzepte verwenden. Erstere identifiziert Muster, die als endgültig der Transformation betrachtet werden, aber keinen Wert auf eine spezifische – z. B. nachhaltige – Konfiguration dieser Muster legen. Diese Perspektiven, zu denen RS, SoT, SeT und SP gehören, umfassen unterschiedliche Wege und Transformationsergebnisse (Geels und Schot 2007; De Haan und Rotmans 2011), einschließlich potenziell „nicht wünschenswerter“ Folgen (Marshall et al. 2012), wie Veränderungen, die zu größerer sozialer Ungleichheit oder einem Anstieg des Kohlenstoffverbrauchs und der Emissionen führen. Andererseits definieren normative Transformationskonzepte, zu denen DT, PT und TA2 gehören, transformative Veränderungen nicht nur als strukturellen Wandel, sondern auch als spezifisch in wünschenswerte Richtungen gehend, die unterschiedlich auf der Grundlage von Vorteilen wie „erheblichen und weit verbreiteten Vorteilen [für] gesellschafts- und ökosystemfähig“ bestimmt werden (Marshall et al. 2012:2), erhöhte Anpassungsfähigkeit (z.B. Park et al. 2012) oder Empowerment und Agentur (O`Brien 2012).

Die Transformation kann angefochten werden, da die jeweilige Leistung des bewerteten Systems von den angegebenen Werten abhängt. Bemerkenswert ist, dass solche Perspektiven dazu neigen, einen bestimmten problembasierten transdisziplinären Forschungsansatz zu unterstützen, der dieses Problem durch verschiedene Formen der Konsensbildung und partizipativeprozesse verwaltet, wie im Abschnitt „Konzepte der Transformation und Forschungsansätze“ diskutiert. Klimaschutz spielt eine besonders wichtige Rolle bei der Transformation hin zu Nachhaltigkeit, da er eine conditio sine qua non für eine nachhaltige Entwicklung ist: Obwohl Klimaschutz allein die Erhaltung der natürlichen lebenserhaltenden Systeme, von denen die Menschheit abhängt, nicht garantieren kann, ist dennoch absehbar, dass die Menschheit ohne wirksamen Klimaschutz bald auf einige wesentliche Entwicklungsmöglichkeiten verzichten muss. Dieser Artikel hat auch gezeigt, dass verschiedene Konzepte der Transformation dazu neigen, verschiedene Forschungsansätze zu informieren. Dies hat wichtige Auswirkungen auf die Forschungspolitik zur Unterstützung des gesellschaftlichen Wandels als Reaktion auf GEC, zumal die lösungsorientierte Perspektive in der wissenschaftlichen Gemeinschaft an Beliebtheit gewinnt (z.B. DeFries et al. 2012; International Social Science Council (ISSC) 2012; O`Brien 2012; Wiek et al. 2012). Das wachsende Streben nach wirkungsvoller Forschung, die von Förderorganisationen und der öffentlichen Meinung im Kontext knapper finanzieller Ressourcen verfolgt wird, und das Gefühl der Dringlichkeit, auf die etablierte GEC zu reagieren, haben dazu beigetragen, dass sich der lösungsorientierte Ansatz in mehreren globalen Initiativen (z. B.

Future Earth) etabliert hat. Da lösungsorientierte Ansätze tendenziell mit einigen Transformationskonzepten kompatibel sind, aber nicht mit anderen, besteht die Gefahr, dass diese Initiativen tatsächlich indirekt den Raum für alternative Transformationskonzepte einschränken und dass dies wiederum die Fähigkeit einschränken könnte, die blinden Flecken zu überwinden, die mit spezifischen Transformationskonzepten verbunden sind. In diesem Bericht bemüht sich die WBGU um eine ganzheitliche Analyse des Erdsystems, wobei der zentrale Fokus auf die wichtigsten Wechselwirkungen zwischen Natur und Gesellschaft gerichtet ist. Hier geht es darum, einerseits die Komplexität der Umweltprobleme aufzuzeigen und andererseits die analytische Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen aktueller Trends auf das System als Ganzes zu schaffen.